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| THEMA FUSSBALL |
29 Juli 2008
10 Jahre Bundesliga in der Übersicht
Im Rahmen des FuVo-Projekts beschäftigen wir uns mit Saisonverläufen nationaler wie internationaler
Top-Ligen. In diesem Beitrag werden die letzten 10 Jahre derjenigen Bundesligavereine betrachtet, die
Mitte August in die Bundesligasaison 2008/09 starten werden.
FC Bayern München ist die Konstante an der Spitze
Insgesamt haben 28 Vereine vor Beginn der Saison 2008/09 in den vergangenen 10 Jahren die Bundesliga
mitgestaltet. Neun Klubs waren in dieser Zeit an allen Spielzeiten beteiligt. Und diese neun Vereine halten
auch die Plätze der oberen Tabellendrittel aller Endtabellen fest in ihren Händen. Eine erstaunliche Tatsache
ist das und sie erlaubt die Feststellung: nur wer im Durchschnitt ganz oben mitgespielt hat, verblieb
dauerhaft in dieser Spielklasse.
Das obere Tabellendrittel wird durch die Endplatzierung auf den Rängen 1 bis 6 repräsentiert. In den
vergangenen 10 Jahren haben sieben Vereine 80% der möglichen 60 Endplatzierungen belegt. Allen voran steht
der FC Bayern München wie eine Konstante an der Spitze. Sieben Meistertitel und mindestens Rang 4
wurden erreicht. Das ist bekannt und zeigt eindrucksvoll die Dominanz des FC Bayern in Deutschland.
Wer sind die Verfolger?
Uns fällt Bayer Leverkusen auf. Acht Mal beendete die Bayer-Elf die Saison im oberen Tabellendrittel
und ist damit so erfolgreich wie kein drittes Team. Der Meistertitel ist sozusagen überfällig - nach drei
Vizemeisterschaften und statistisch betrachtet. Gleiches gilt auch für den FC Schalke 04. Die letzte
Meisterschaft liegt heute 50 Jahre zurück und war vor allem am 19. Mai 2001 so unsäglich nahe. 5:3 wurde
Unterhaching bezwungen und ein Freistoß in der Nachspielzeit zum 1:1 für den FC Bayern in Hamburg machte
allen Hoffnungen ein Ende: 1:0 (90.) Sergej Barbarez und Schalke war Meister, 1:1 (90.+) Patrik Andersson.
Seit dieser Saison verläuft die Entwicklung der Königsblauen positiv. Die Tendenz zeigt nach oben und wird
nur durch den SV Werder Bremen übertroffen. Die Hanseaten beendeten zudem die Saison 2003/04 mit der
Deutschen Meisterschaft. Positiv ist auch die Entwicklung beim VfB Stuttgart. Die Schwaben schnappten
sich in der Saison 2006/07 frisch und frech der Titel. Nach durchwachsenem Saisonstart belegte Stuttgart bis
kurz vor Ende der Serie überwiegend Verfolgerplätze. Mit dem 2:0 gegen Cottbus gelang am letzten Spieltag der
Titelgewinn vor Schalke 04.
Tendenz fallend und doch ganz oben dabei
Auch wenn es zuletzt nicht mehr deutlich wurde, Hertha BSC Berlin gehört zu den Top-Teams der
Bundesliga. Die Berliner schlossen sieben Spielzeiten im oberen Tabellendrittel ab. Vorzugsweise und
über Saisonverläufe hinweg gesehen belegt die Hertha Rang 5. Der Durchbruch nach ganz oben blieb den Berlinern
freilich versagt. Diesen schaffte in der Saison 2001/02 Borussia Dortmund am letzten Spieltag mit
dem 2:1 daheim gegen Bremen vor Verfolger Leverkusen. Danach ging es für Dortmund konstant abwärts in die
Mittelmäßigkeit. Die Verpflichtung von Trainer Jürgen Klopp für die kommende Saison läßt aufmerken.
Hamburger SV und VfL Wolfsburg sind die Meister des Mittelfelds
Drei deutsche Meisterschaften gewann der Hamburger SV seit Einführung der Bundesliga im Jahr 1963 und
die letzte davon liegt jetzt 25 Jahre zurück. Das Gründungsmitglied der deutschen Eliteklasse ist als
einziger Verein nie abgestiegen und darf als Konstante der Liga insgesamt bezeichnet werden. In den vergangenen
zehn Spielzeiten gab es mehrheitlich fünf Endplatzierungen im mittleren Tabellendrittel. Die aktuelle Tendenz ist
positiv und mit hanseatischem Muster, ein Rauf und Runter den Nordseewellen vergleichbar, zeigt der Trend
auf internationale Aufgaben. Diese will sich nach aktuellen Äußerungen durch Trainer Felix Magath
auch der VfL Wolfsburg dauerhaft sichern. Investiert wurde wie noch nie und mit Hilfe des VW-Konzerns.
Interesse und Akzeptanz in deutschen Fangemeinden dürften daher von nur regionaler Bedeutung sein. Nach
zuletzt rückläufiger Entwicklung sollen jetzt die Korken knallen. Wolfsburg ist ein ernstzunehmender Kandidat
für gehobene Platzierungen wie Aufgaben. Harmonisch gestaltet sich die Aufbauarbeit in der Landeshauptstadt
Niedersachsens. Nach dem Wiederaufstieg im Jahr 2002 darf Hannover 96 auf sechs Bundesligajahre mit
stetig steigender Tendenz zurückblicken.
Die Künstler der Abstiegszone heißen Frankfurt und Cottbus
Mit Hansa Rostock steigt aktuell ein ganz Großer des Bundesligaabstiegskampfs in die 2. Liga ab.
Acht Bundesligajahre lang wehrte sich Hansa gegen den Abstieg. Sechs Spielzeiten wurden in diesem Sinne
erfolgreich gestaltet. Dieser Rekord ist in der kommenden Saison nur von Eintracht Frankfurt zu toppen.
Für die Hessen sieht es gut aus. Unter Trainer Friedhelm Funkel entwickelte die Eintracht aufsteigende Tendenz
und sie schloss die letzte Saison im Mittelfeld der Tabelle ab. Sechs der letzten 10 Spielzeiten verbrachte
Arminia Bielefeld im Bundesligaabstiegskampf und verlor diesen zwei Mal. Da ist es Sache der Ansicht,
ob die Linie von Energie Cottbus mit fünf Abstiegskämpfen bei nur einem Abstieg nicht den Tick
besser zu bewerten ist.
Kurioses und Neues
Kurios ist das Klischee der "grauen Maus", wenn vom VfL Bochum die Rede ist.
Es sollte nicht weiter
bedient werden, denn sieben der letzten 10 Spielzeiten verbrachte Bochum in der Bundesliga und da überwiegend
im mittleren Tabellendrittel. Nicht zu vergessen ist die Prachtsaison 2003/04, welche der VfL auf Rang 5
unmittelbar vor Dortmund und Schalke abschloss.
Kurios ist die Entwicklung beim 1.FC Köln.
Beheimatet in der nach Berlin, Hamburg und München viertgrößten Stadt Deutschlands, spielte der FC in vier
Spielzeiten erstklassig und musste gleich drei Mal nach Aufstieg wieder zurück ins Unterhaus. Vielleicht
folgt dem erneuten Aufstieg unter Trainer Christoph Daum mehr Stabilität, denn diese Stadt gehört auch mit
Blick auf ihre ehemaligen Nationalspieler in die Bundesliga.
Kurioses gibt es auch beim Rekordmeister Borussia Mönchengladbach.
Ein herrliches, neues Stadion dient dem Verein als Spielstätte mit dem so klangvolle Namen wie Weisweiler,
Grashoff, Netzer, Vogts und Bonhoff verbunden werden. Das 7:1 gegen Inter Mailand bleibt unvergessen, die
spannenden Duelle mit Bayern München um Meisterehren in den Siebzigern ebenfalls. Sieben der letzten zehn
Spielzeiten pendelte der Verein zwischen mittlerem und unterem Tabellendrittel und zuletzt sorgte eine
kuriose Einkaufspolitik im Stil von Panikkäufen für den Abgang in Liga 2.
Erneut erstklassig ist der Karlsruher SC,
der sich nach einer hervorragend abgespielten Saison 2007/08 auf
die kommenden Spielzeit freuen darf. Zuletzt spielte Karlsruhe vor jetzt 10 Jahren 1997/98 in der Bundesliga.
Kurios und neu zugleich ist der Auftritt von 1899 Hoffenheim.
Hoffenheim ist ein Dorf mit
rund 3.300 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Neugierige Fragenzeichen begleiten den
Verein, der seinen sportlichen Aufstieg Mäzen und SAP-Gründer Dietmar Hopp verdankt. Statistisch betrachtet
ist er ein Ausreißer. Marketingtechnisch übernimmt Hoffenheim die Rolle als Anschauungsobjekt, als Experiment.
Nach engagierten Investitionen darf fußballerisch auf einen attraktiv aufspielenden Bundesliganeuling gehofft
werden.
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| TENDENZEN |

FC Bayern München: 10 Jahre konstant an der Spitze der Bundesliga

Bayer Leverkusen: der Meistertitel ist sozusagen überfällig

Werder Bremen: holte einen Titel und ist stärkster Verfolger des FC Bayern

FC Schalke 04: die letzte Meisterschaft liegt heute 50 Jahre zurück

VfB Stuttgart: die Schwaben schnappten sich 2007 frisch und frech der Titel

Borussia Dortmund: die Verpflichtung von Jürgen Klopp läßt aufmerken

Hertha BSC Berlin: noch gehört der Dauerfünte zu den Top-Teams der Liga

Hamburger SV: ein Rauf und Runter den Nordseewellen vergleichbar

VfL Wolfsburg: jetzt sollen die Korken knallen
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